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Osmose Sanierung
Bei einer Osmose-Sanierung wird das vorhandene Gelcoat einschließlich aller Farbschichten,
die auf dem Gelcoat aufgetragen sind, entfernt. Mehrere Verfahren, ein Gelcoat vom Rumpf
abzunehmen, haben sich bewährt: das Sandstrahlen, Flexen oder Schleifen, aber auch ein
Abschälen mit Hitze oder mit der Spezialfräse, wie wir sie verwenden.

Einsatz der Fräse. Was so spielend aussieht können nur Fachleute mit viel Erfahrung, damit eine plane und homogene Oberfläche herauskommt.
Die Spezialfräse hat den entscheidenden Vorteil, dass sie eine vollkommen plane Oberfläche hinterlässt.

Abfräsen.
Die Frästiefe kann genau eingestellt und beim Fräsen eingehalten werden, d.h. nach dem Gelcoat wird eine dünne Schicht
des Laminates bis auf die Tiefe der Osmoseblasen abgenommen.

Gut zu sehen die Frästiefe und der gleichmäßige, absolut plane abgefräste Fläche.
Bedingt durch die plane Oberfläche können wir den Einsatz von Füllmaterial, Spachtelmasse
also, auf ein Minimum reduzieren. Wenn die Osmose so weit fortgeschritten ist, dass das
Laminat nach dem Abfräsen deutlich geschwächt oder durch einzelne Blasennester zu dünn
geworden ist, bauen wir mit zusätzlichen, neuen Laminatschichten die Rumpfbordwand wieder auf.

Das abgefräste und offene Laminat wird mit 180 bar und 140 Grad Wasser intensiv, ca. 1 Stunde ausgewaschen, um Rückstände komplett zu entfernen
Ganz wichtig: Vor dem Neuaufbau wird das offene Laminat gründlich mit heißem Wasser
ausgewaschen, um Säure und Harzrückstände restlos zu entfernen. Für den
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Neuaufbau schließlich
muss das Laminat absolut trocken sein. Wir lagern das Boot in einer speziellen, beheizbaren
Kammer bei zwischen 25 und 40 Grad und prüfen den Wassergehalt mit einem besonderen Feuchtigkeitsmesser.

Kontrolle des Trocknungsprozesses mit dem Feuchtigkeitsmesser. Dieser wird auch dazu verwendet, um an einem Unterwasserschiff Feuchtigkeit bzw. dann Osmose nachzuweisen
Ist das offene Laminat trocken, versiegeln wir es umgehend. Wichtig dabei ist nicht die Dauer des Trocknungsprozesses,
einzig und alleine zählt, ob das Laminat trocken ist oder nicht.

Versiegeln des offenen und zum Neuauftrag vorbereiteten Laminates in der ersten Schicht mit purem Harz
Für die Osmose-Sanierung verwenden wir Materialien aus dem West-System: Epoxy-Harz,
das mit verschiedenen Zusatzkomponenten zum Aufbau des Unterwasserschiffes optimal
angemischt wird. Dazu gehört unter anderem ein Aluminium-Sperrschicht-Zusatz, der eine
absolute Wasserdichtigkeit garantiert.

Aluminiumsperrschichtauftrag in 5 Schichten nass in nass, gerollt.
Das Aluminiumpulver zeigt sich unter dem Mikroskop als Ansammlung von Plättchen, die
sich beim Anmischen im Harz wie Schuppen übereinander legen und damit eine zusätzliche
Wassersperre im Epoxy bilden. Vor dem Neuaufbau des Unterwasserschiffes tragen wir das
Füllmaterial auf, damit der anschließende neue Schichtauftrag komplett wasserdicht abdecken
kann. Auch diese Spachtelmasse basiert selbstverständlich auf Epoxy und stammt aus dem West-System.
Sie sehen: Der Arbeitsaufwand ist beachtlich. Zuerst fräsen wir von Hand, mit Hilfe
der Spezialfräse, das Unterwasserschiff ab. Die abgefräste Fläche wird mit grobem
Schleifpapier überschliffen. Dann waschen wir das offene Laminat mit 140 Grad heißem
Wasser und 180 bar Druck etwa 1 Stunde aus. Danach wird das Boot bei Temperatur zum Trocknen
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abgestellt. Wir beginnen mit 25 Grad, je nachdem wie viel Zeit wir für den
Trocknungsprozess
einplanen können. In jedem Fall erhöhen wir kurz vor dem geplanten Neuaufbau auf über 30 Grad.
So können wir sicher gehen, dass beim Start alles völlig trocken ist. Selbstverständlich
kontrollieren wir den Trocknungsvorgang laufend mit einem Feuchtigkeitsmesser.
Bevor wir nun mit dem Neuaufbau beginnen, wird das gesamte Unterwasserschiff nochmals
überschliffen. Die kleinen Fasern, die sich beim Abwaschen aufgestellt haben, müssen
restlos verschwinden, damit sie später nicht in den Neuaufbau hineinragen. Lange Fasern
schließlich könnten durch die Kapillarwirkung erneut Wasser ins Laminat befördern.

Deutlich zu sehen, die aufgestellten Fasern nach dem Waschen des Laminates, die nochmals glattgeschliffen werden müssen.
Im Anschluss versiegeln wir das offene Laminat zuerst mit purem Epoxy-Harz und im weiteren
Verlauf mit einer Mischung aus Epoxy-Harz mit dem beschriebenen Aluminium-Sperrschicht-Zusatz.
Insgesamt tragen wir 6 Schichten auf. Die letzte Schicht besteht wieder aus Epoxy-Harz -
diesmal mit einem Microlight-Filler angemischt, der als Kontrollschicht zum späteren Schleifen
dient und nach dem Aushärten fast vollständig wieder weggeschliffen wird.

Auftrag der zu schleifenden Kontrollschicht nach dem Aluminiumsperrschichtauftrag
Nun folgt normalerweise schon der Antifouling-Auftrag. Wir haben uns entschieden,
vor den 2 Endschichten VC 17 M Antifouling noch 4 Schichten speziellen Teer-Epoxy-Primer
auf das Unterschiff aufzutragen. Fällt die Wahl auf einen anderen Antifouling-Anstrich,
wählen wir selbstverständlich auch den entsprechenden Primer. Der gesamte Epoxy-Aufbau
wird nass in nass mit der Walze aufgetragen, der Endaufbau mit dem Teer-Epoxy-Primer
ebenfalls. Der Endaufbau muss etwa 7 Tage bei 20 Grad aushärten, bevor er belastet
werden kann. Sie können davon ausgehen, dass das Unterwasserschiff nun ideal präpariert
ist - besser als bei einem neuen Boot.
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